Die Entscheidung zur Aufarbeitung fiel 2020.
Ziel war es, die eigene Geschichte kritisch, transparent und ergebnisoffen untersuchen zu lassen. Gleichzeitig reagiert die Studie auf eine breitere gesellschaftliche Debatte, in der viele Erfahrungen aus der Heimerziehung bislang unzureichend aufgearbeitet sind.
Ein zentrales Anliegen war:
- Betroffenen eine Stimme geben
- Erfahrungen und Erinnerungen dokumentieren
- unterschiedliche Perspektiven einbeziehen (Bewohnerinnen, Mitarbeitende, Verantwortungsträger)
- Erkenntnisse aus der Geschichte für die heutige Praxis nutzbar machen
Wie wurde die Studie durchgeführt?
Die Untersuchung wurde 2022 – 2025 von unabhängigen Wissenschaftlern durchgeführt.
- Datengrundlage: Archivdokumente und Zeitzeugeninterviews
- Methode: historische Analyse und qualitative Auswertung
- Grundsatz: keine Einflussnahme auf Ergebnisse und Bewertungen
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
Die Studie untersucht den Zeitraum 1970 – 1990, eine Phase intensiver Debatten über Heimerziehung.
Zentrale Befunde:
- Die Zeit war geprägt von Reformen und Veränderungen
- Gleichzeitig gab es strukturelle Probleme und Unzulänglichkeiten
- Erfahrungen reichen von belastend bis positiv
Die Quellenlage bestimmt den Fokus: Zusammenhängende Archivunterlagen liegen überwiegend erst ab den 1970er Jahren vor.
Welche Perspektiven wurden berücksichtigt?
Die Studie integriert mehrere Blickwinkel:
- ehemalige Bewohnerinnen (Zeitzeuginnen)
- Ordensfrauen der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul, Paderborn
- Mitarbeitende
- Vertreter von Behörden und Verbänden
Diese Mehrperspektivität ermöglicht ein differenziertes Gesamtbild der damaligen Lebensrealitäten.
Warum sind Zeitzeugenberichte zentral?
Zeitzeugenberichte sind persönliche Erfahrungsquellen, die historische Strukturen konkret erfahrbar machen.
Die Beiträge zeigen: individuelle Belastungen und Langzeitfolgenaber auch differenzierte, teilweise positive Erinnerungen
Wie wurde aus dem St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum die heutige KJD?
Das damalige St. Vincenz Jugendhilfe-Zentrum e.V. ist heute Teil der Katholischen Jugendhilfe Dortmund gGmbH (KJD).
Die KJD entstand 2024 durch Fusion mit der Dortmunder Jugend- und Familienhilfe St. Bonifatius.
Die Ergebnisse der Aufarbeitung dienen als:
- Grundlage für Reflexion
- Impuls für Weiterentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe
Wann wird die Studie veröffentlicht?
Die Veröffentlichung erfolgt im Rahmen eines Pressetermins am 19.05.2026 um 13 Uhr im Theatersaal am Standort Oesterholzstraße 85-91.
Quellen und weiterführende Informationen
Buchveröffentlichung: Vosberg / Henkelmann (2026)
"Damit ist das Dortmunder Vincenzheim eine rühmliche Ausnahme, die Zahl an entsprechenden Studien zu katholischen Einrichtungen ist recht überschaubar." Veröffentlichung (April 2026) in der Caritas in NRW unter der Überschrift „Uneingelöste Versprechen“, Autor: Prof. Dr. Andrea Henkelmann